Erfahrungs­bericht

Jul – Schulaufenthalt USA

Erfahrungs­bericht

Jul – Schulaufenthalt USA
Organisation
nicht mehr aktiv
Land
USA
Dauer
12 Monate

Ich bin Jul, 21 Jahre alt und komme aus Nürnberg. In der 10. Klasse hatte ich Lust auf ein Abenteuer und ging für ein ganzes Jahr in die USA. Ich reiste schon immer sehr gerne und war regelmäßig mit meiner Familie an den verschiedensten Orten der Welt. Und so entschied ich mich, ein Jahr lang in einem fremden Land bei einer, bis dahin noch, fremden Familie zu leben. Was soll ich sagen, es war einer der besten Entscheidungen in meinem Leben.

Ohne die Unterstützung meiner Eltern wäre dieses Abenteuer wohl nicht so möglich gewesen. Da ich noch nicht volljährig war, brauchte ich ihren Support vor allem beim Organisatorischen. Nachdem diese wichtigen Dinge geklärt waren, gab es einen Kennenlerntermin für alle, die einen 1-jährigen Schulaufenthalt in den USA absolvieren wollten. Außerdem startete einige Monate vor der Abreise ein Vorbereitungscamp, in dem ich unter anderem erfuhr, wo mein Leben im kommenden Jahr stattfinden sollte: es ging nach Arkansas.

Vor meinem Aufenthalt bin ich vielleicht zweimal alleine geflogen. Dieses Gefühl, als ich mich von meiner Familie und meinen Freunden verabschiedete und in das Flugzeug stieg, welches mich zu meinem neuen Leben auf Zeit bringen sollte, war unbeschreiblich. Einerseits war ich natürlich traurig, mich für so lange Zeit zu verabschieden, aber die Aufregung auf die Zeit, die vor mir lag, war umso größer. Diese Ungewissheit, was einen erwartet, lässt sich nicht beschreiben. Jede Freundschaft, jede neue Begegnung und auch die Beziehung zu einer (neuen) Familie muss von Anfang an neu aufgebaut werden. Dieser Gedanke scheint auch etwas gruselig zu sein, doch es ist ebenfalls ein kleiner Neuanfang.

An meinem ersten Tag in der High School lernte ich durch Zufall direkt eine andere deutsche Austauschschülerin kennen und konnte durch sie bereits auch einige neue und gute Freunde kennenlernen. Einige andere Freunde lernte ich aber auch schnell durch meine verschiedenen Fächer kennen oder direkt durch meine Familie. In der Schule ist man sowieso bekannt und wird oft angesprochen, da man „der Austauschschüler aus Deutschland“ ist. Generell sollte man einfach immer offen sein und mit allen reden, dann findet man auch sehr schnell neue Freunde, die die Zeit unvergesslich machen.

Ich habe mich in dieser Zeit sehr stark persönlich weiterentwickelt. Ich bin als Jugendlicher ins Ausland gegangen und kam als Erwachsener zurück. Ich durfte jeden Tag neue Erfahrungen sammeln und konnte mich voll und ganz auf die Kultur einlassen. Man wächst über sich hinaus und lernt, Probleme selbstständig zu lösen. Dadurch bin ich noch offener geworden, als ich es sowieso zu dem Zeitpunkt bereits war.

Meine schönsten Erlebnisse waren die tollen Familienfeste meiner Gastfamilie. Sie hatten wirklich eine riesige Familie und veranstalteten deswegen große aber vor allem schöne „Get-togethers“, an Thanksgiving zum Beispiel kamen alle zu unserem Haus und jeder bereitete etwas zu Essen vor. Der Zusammenhalt ist hier echt stark. Ein weiteres Erlebnis war definitiv der Prom, also der amerikanische Abschlussball. Wir mieteten zu 7. eine Limousine und fuhren so durch die Gegend, das hat echt Spaß gemacht!

Neben den schönen Erlebnissen, die definitiv überwogen, gab es jedoch auch eine etwas schwierigere Situation. Ich war zuerst in einer Gastfamilie, die ich, aufgrund dessen polizeilichen Führungszeugnisses, wieder verlassen musste. Ich hatte mich gerade an die Familie gewöhnt und musste mich dann wieder umgewöhnen. Doch ich erinnerte mich in solchen Situationen immer wieder daran, dass diese Chance, ein Auslandsjahr zu machen, nur einmal in meinem Leben kommt und ich diese voll und ganz ausnutzen muss.

Alles in allem war meine Zeit in den USA eine unbeschreiblich schöne Erfahrung, die ich jedem nur empfehlen kann. Ich habe ein gesamtes Jahr auf einer High School und in einer Gastfamilie verbracht. Man erlebt Dinge, die man in Deutschland nie erlebt hätte und wächst täglich über sich hinaus. Ich würde diese Entscheidung jederzeit wieder treffen!

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